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Schwarz geht schnell, Grün wird zäh: Was der Laser mit welcher Tattoofarbe macht

Warum ein schwarzes Tattoo nach fünf Sitzungen verschwunden sein kann und ein gelbes nach zehn noch zu erkennen ist – und was das für dein Motiv bedeutet.

Wenn zwei Leute mit gleich grossen Tattoos zur Beratung kommen und einer hört «etwa fünf Sitzungen» und der andere «wahrscheinlich zehn bis zwölf», liegt das fast immer an einer Sache: an der Farbe.

Das ist keine Ausrede, sondern Physik. Und wenn du verstehst, warum das so ist, kannst du dein eigenes Motiv erstaunlich gut einschätzen.

Der Laser sieht keine Farben – er sieht Absorption

Ein Tattoo-Laser sendet Licht einer bestimmten Wellenlänge aus. Der PicoSure arbeitet mit 755 Nanometern, einer Alexandrit-Wellenlänge im nahen Infrarot. Dieses Licht wird nicht von allen Pigmenten gleich gut geschluckt.

Die Regel dahinter ist simpel: Ein Pigment absorbiert das Licht der Farben, die es nicht zurückwirft. Schwarz wirft nichts zurück – es schluckt praktisch alles. Gelb wirft fast alles zurück – es schluckt kaum etwas. Genau deshalb ist Schwarz das dankbarste und Gelb das undankbarste Pigment.

Die Farben, sortiert nach Aufwand

  • Schwarz und Dunkelblau: beste Absorption, reagieren zuverlässig, meist die wenigsten Sitzungen.
  • Grau und verblasste Schattierungen: ebenfalls gut, oft sogar schneller als erwartet.
  • Grün und Türkis: hier wird es zäh. Grüne Pigmente sitzen im ungünstigen Bereich und brauchen deutlich mehr Durchgänge.
  • Rot und Orange: mittelschwer, reagieren aber oft besser, als ihr Ruf vermuten lässt.
  • Gelb und helle Pastelltöne: die schwierigste Gruppe. Manche gelben Pigmente lassen sich nur teilweise entfernen.

Warum weisse Highlights ein eigenes Thema sind

Weisse Tinte enthält häufig Titandioxid. Unter Laserlicht kann sich dieses Pigment chemisch verändern und dabei dunkler statt heller werden – ein Effekt, der sich meist mit weiteren Sitzungen wieder auflösen lässt, aber im ersten Moment erschreckt. Dasselbe gilt für manche Hautton-Farben, wie sie in Cover-ups vorkommen.

Deshalb gehört zu jeder seriösen Beratung, dass weisse oder hautfarbene Anteile vorher angesprochen und wenn nötig an einer kleinen Teststelle geprüft werden. Wer dir das verschweigt, hat entweder wenig Erfahrung – oder wenig Interesse an einer ehrlichen Erwartung.

Was das für ein buntes Motiv heisst

Ein mehrfarbiges Tattoo verschwindet nicht gleichmässig. Typischer Verlauf: Nach drei, vier Sitzungen sind die schwarzen Konturen praktisch weg, während grüne Flächen und gelbe Akzente noch deutlich stehen. Das fühlt sich nach Stillstand an, ist aber normal – die einfachen Anteile sind einfach schneller fertig.

Praktisch bedeutet das zwei Dinge: Plane bei Farbe von Anfang an mehr Sitzungen ein. Und beurteile den Fortschritt nicht nach vier Wochen, sondern nach der dritten oder vierten Sitzung.

Wenn ein Cover-up die eigentliche Absicht ist

Du musst nicht immer bis zur letzten Pigmentspur lasern. Soll ein neues Motiv über das alte, reichen häufig deutlich weniger Sitzungen – es geht dann nur darum, die alte Zeichnung so weit aufzuhellen, dass der Tätowierer freie Hand hat. Das spart Zeit und Geld. Mehr dazu unter Vorbereitung für ein Cover-Up.

Kurz zusammengefasst

  • Schwarz und Blau: am schnellsten weg.
  • Grün und Gelb: kalkuliere mehr Sitzungen ein.
  • Weiss und Hauttöne: vorher ansprechen, gegebenenfalls Teststelle.
  • Für ein Cover-up reicht oft ein Teil der Sitzungen.

Schick für eine konkrete Einschätzung ein Foto deines Tattoos mit Grössenangabe – oder rechne es selbst durch im Preisrechner. Wie die Technik funktioniert, steht unter PicoSure-Laser.

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